Worum geht es?

AKTUELL: Studie zur Dekarbonisierung der Fernwärmeversorgung in der Region Mannheim / Heidelberg

Vorstellung der Studio am 04.03.2021:

Für eine klimaneutrale Fernwärmeversorgung in Heidelberg

Die Klimaphysik sagt uns: Für das Einhalten des 1,5°C Klimaziels müssen die weltweiten netto CO2-Emissionen schon innerhalb der nächsten 10 Jahre auf Null abgesenkt werden. Die Wärmeerzeugung ist neben der Stromerzeugung einer der zentralen Verursacher von Treibhausgasgenemissionen.

Die Initiative Heidelberg kohlefrei setzt sich deshalb für eine schnelle und wirksame Energiewende in der Heidelberger Fernwärmeversorgung bis zum Jahr 2030 ein. Der Ausstieg aus dem bisherigen extrem klimaschädlichen Bezug von Steinkohleenergie aus dem Großkraftwerk Mannheim ist für Heidelberg politisch seit 2019 beschlossen. Nun muss dieser Ausstieg so zügig wie möglich umgesetzt werden, denn relevant ist der kumulative Ausstoß an Treibhausgasen über die Zeit und nicht nur der Zeitpunkt des endgültigen Ausstiegs. Daher gilt es, die Potentiale regenerativer Energiequellen auf Wirtschaftlichkeit und Umwelteffekte zu prüfen und dann ohne Verzögerung für die Heidelberger Fernwärme zu nutzen.

Hierfür setzen wir uns ein!

Unsere Vision für eine
Energiewende Fernwärmeversorgung für Heidelberg bis 2030:
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Hintergrund und Problemstellung

Stand 11. Oktober 2020

1 Fernwärmeversorgung in Heidelberg und Umland

Ca. 47% der Wärmeverbraucher in Heidelberg sind momentan an das Fernwärmenetz der Stadtwerke Heidelberg (SWHD) angeschlossen (Wohnhäuser, Gewerbe, öffentliche Bauten). Ein weiterer Ausbau auf bis zu 50% bis 2030 ist geplant.

Der Fernwärmeverbrauch liegt in Heidelberg bei ca. 860 Gigawattstunden pro Jahr (GWh/a), davon werden ca. 580 GWh/a durch die Stadtwerke Heidelberg geliefert. Die Differenz von 280 GWh/a zwischen der Lieferung der SWHD und dem Verbrauch ist auf die Universität Heidelberg zurückzuführen, die ein eigenes Kraftwerk und Wärmenetz betreibt.

In Mannheim sind ca. 60% der Wärmeverbraucher an das Fernwärmenetz angeschlossen. Der Fernwärmeverbrauch in Mannheim beträgt ca. 1,8 Terawattstunden pro Jahr (TWh/a).

2 Was sind die Wärmeerzeuger für die Heidelberger Fernwärme?

2019 setzte sich die Fernwärme in Heidelberg wie folgt zusammen:

Dabei wurde die Wärme aus Steinkohle vom Großkraftwerk Mannheim geliefert.

Seit 2020 setzt sich die Wärmeerzeugungsstruktur wie folgt zusammen:

Ein guter Anteil der Steinkohlewärme konnte also zwischenzeitlich erfolgreich durch Abwärme aus der Abfallverbrennung auf der Friesenheimer Insel in Mannheim ersetzt werden.

3 Bleibende Herausforderungen

Trotz des erfolgreichen Starts der Ablösung der Steinkohlewärme in Heidelberg bleibt die Frage: mit welchen Technologien kann rechtzeitig und gleichzeitig wirtschaftlich und sozial verträglich der verbleibende CO2-Ausstoß reduziert werden? Und diese Frage muss schnell beantwortet werden, auch weil die Entscheidungen über Investitionen bald getroffen werden müssen.

Aktuell wird bundesweit die Diskussion um Alternativen beherrscht durch die Konzepte (a) Umrüstung auf Erdgasverbrennung und (b) den Einsatz von Wasserstoff. Beides ist aus unserer Sicht derzeit nicht ausreichend geeignet für eine Energiewende in der Wärmeversorgung:

1) Die Umrüstung auf Erdgas ist für den Klimaschutz keine Option, da auch die Verbrennung von Erdgas sowie die Methanemissionen, die bei Produktion und Transport entweichen, erheblich zur Klimaerwärmung beitragen. Die teure Umrüstung wäre also nicht nachhaltig und führt zudem zu einer großen Abhängigkeit von Importen aus dem Ausland (insb. Russland und USA). Trotzdem gibt es Überlegungen Teile des Großkraftwerks Mannheim von Steinkohle auf Erdgas umzurüsten.

2) Für die Erzeugung von grünem Wasserstoff wird massiv Strom benötigt, der aber stattdessen dringend in der allgemeinen Energiewende benötigt wird (E-Mobilität etc.). Die alternative Aufspaltung von Erdgas (grauer Wasserstoff) ist keine Lösung, da hier große Mengen CO2 anfallen, die aufwändig endgelagert werden müssen.

Der verstärkte Einsatz regenerativer Wärmeenergiequellen ist deshalb aus unserer Sicht unumgänglich. Dieser kann aber nur in regionaler Kooperation von Kommunen, Kreisen und Energieversorgern gelingen.

Die Pläne der Stadtwerke Heidelberg für die nächsten Schritte der Energiewende scheinen noch in der Entwicklung zu sein.
Hier muss nun zeitnah geprüft werden, inwieweit künftig mehr regenerative Energiequellen zum Einsatz kommen können.