Worum geht es?

Für eine klimaneutrale Fernwärmeversorgung in Heidelberg

Für die Erreichung des 1,5°C Klimaziels muss die weltweite netto CO2-Emissionen schon innerhalb der nächsten 10 Jahre auf Null abgesenkt werden. Die Wärmeerzeugung ist neben der Stromerzeugung einer der zentralen Verursacher von Klimagasen.

Die Initiative Heidelberg kohlefrei setzt sich deshalb für eine schnelle und wirksame Energiewende in der Heidelberger Fernwärmeversorgung bis zum Jahr 2030 ein. Ein Teil der Strecke ist auch schon geschafft: der Ausstieg aus der bisherigen extrem klimaschädlichen Steinkohleverbrennung zur Wärmeerzeugung ist für Heidelberg politisch seit 2019 beschlossen und befindet sich erfolgreich in der Umsetzung. Nun gilt es die Heidelberger Fernwärme genügend auf regenerative Energiequellen umzustellen, um noch rechtzeitig unsere CO2-Emissionen zu reduzieren.

Hierfür setzen wir uns ein!

Unsere Vision für eine
Energiewende Fernwärmeversorgung für Heidelberg bis 2030:
> Online-Version <
> Download als PDF <

Hintergrund und Problemstellung

Stand 11. Oktober 2020

1 Fernwärmeversorgung in Heidelberg und Umland

Ca. 47% der Wärmeverbraucher in Heidelberg sind momentan an das Fernwärmenetz der Stadtwerke Heidelberg (SWHD) angeschlossen, ein Ausbau auf 50% bis 2030 ist geplant.

Der Fernwärmeverbrauch in Heidelberg liegt in Heidelberg bei ca. 860 Gigawattstunden pro Jahr (GWh/a), davon werden ca. 580 GWh/a durch die Stadtwerke Heidelberg geliefert. Die Differenz von 280 GWh/a zwischen der Lieferung der SWHD und dem Verbrauch ist auf das eigene Wärmenetz der Universität Heidelberg zurückzuführen, die ein eigenes Kraftwerk und Wärmenetz betreibt.

In Mannheim sind ca. 60% der Wärmeverbraucher an das Fernwärmenetz angeschlossen. Der Fernwärmeverbrauch in Mannheim beträgt ca. 1,8 Terawattstunden pro Jahr (TWh/a).

2 Was sind die Wärmeerzeuger für die Heidelberger Fernwärme?

2019 setzte sich die Fernwärme in Heidelberg wie folgt zusammen:

Dabei wird die Wärme aus Steinkohle vom Großkraftwerk Mannheim geliefert.

Seit 2020 setzt sich die Wärmeerzeugungsstruktur wie folgt zusammen:

Ein guter Anteil Steinkohlewärme konnte also zwischenzeitlich erfolgreich durch Abwärme aus der Abfallverbrennung auf der Friesenheimer Insel in Mannheim ersetzt werden. Leider wird bei Müllverbrennung erheblich CO2 ausgestoßen.

3 Bleibende Herausforderungen

Trotz des erfolgreichen Starts der Ablösung der Steinkohlewärme in Heidelberg bleibt die Frage: mit welchen Technologien kann rechtzeitig und gleichzeitig wirtschaftlich und sozial verträglich der verbleibende CO2-Ausstoß reduziert werden? Und diese Frage muss schnell beantwortet werden, auch weil die Entscheidungen über Investitionen bald getroffen werden müssen.

Aktuell wird bundesweit die Diskussion um Alternativen beherrscht durch die Konzepte (a) Umrüstung auf Erdgasverbrennung und (b) den Einsatz von Wasserstoff. Beides ist aus unserer Sicht aktuell nicht ausreichend geeignet für eine Energiewende in der Wärmeversorgung.

1) Die Umrüstung auf Erdgas ist für den Klimaschutz keine Option, da diese nicht das notwendige Reduktionsvolumen erreicht, nicht nachhaltig wirkt und zu einer großen Abhängigkeit von Importen aus dem Ausland führt (insb. Russland und USA). Trotzdem gibt es Überlegungen Teile des Großkraftwerks Mannheim von Steinkohle auf Erdgas umzurüsten.

2) Für die Erzeugung von grünem Wasserstoff wird massiv Strom benötigt, der aber stattdessen dringend in der allgemeinen Energiewende benötigt wird (E-Mobilität etc.). Die alternative Aufspaltung von Erdgas (grauer Wasserstoff) ist keine Lösung, da hier große Mengen CO2 anfallen, die aufwändig endgelagert werden müssen.

Der verstärkte Einsatz regenerativer Wärmeenergiequellen ist deshalb aus unserer Sicht unumgänglich. Dieser kann aber nur in regionaler Kooperation von Kommunen, Kreisen und Energieversorgern gelingen.

Die Pläne der Stadtwerke Heidelberg für die nächsten Schritte der Energiewende scheinen noch in der Entwicklung zu sein.
Hier muss nun zeitnah geprüft werden, inwieweit künftig mehr regenerative Energiequellen zum Einsatz kommen können.